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Angebrochene Grillsaucen? Das kann man damit noch zaubern

Über die Grillsaison sammeln sich meist reichlich angebrochene Würzsaucen an. Sind sie noch gut, müssen sie aber nicht in die Tonne, sondern können gut im Küchenalltag «untergebuttert» werden.

Kräuter und Knoblauch, Schaschlik und Steak, Honig-Senf und Salsa – echte Grillfans haben meist ein großes Sortiment an Saucen in Gebrauch. Oft gelagert in der Kühlschranktür, wo sie im Prinzip auch gut aufgehoben sind. Nur die mayonnaisehaltigen Saucen brauchen es etwas kühler, sagt Janina Unger von der Initiative «Zu gut für die Tonne!».

«Aufgrund ihres Eiergehalts sind diese Saucen etwas empfindlicher», sagt die Ernährungsexpertin. «Die Glasplatte über dem Gemüsefach ist der kälteste Ort im Kühlschrank und nach oben steigt die Temperatur an. Industriell hergestellte Mayonnaise lagert man am besten in der Mitte des Kühlschranks.»

Wie hygienisch war der Umgang?

Kühl und dunkel sollten geöffnete Saucen auch während der Grillsaison möglichst durchgehend lagern. Perfekt: Wenn die Gläschen oder Flaschen nicht lange in der prallen Sonne auf dem Terrassentisch gestanden haben, sondern kleine Mengen in Schälchen gefüllt wurden.

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Ob die angebrochenen Saucen weiterhin zum Einsatz kommen dürfen, hängt auch davon ab, ob der Inhalt mit sauberem Besteck entnommen wurde. «Angetrocknete Reste am Flaschenhals sollten immer mit einem sauberen Küchenpapier entfernt werden, sonst kann sich dort leichter Schimmel bilden», sagt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern.

Bei Schimmel: sofort wegwerfen

Apropos Schimmel: Ist er in einer Sauce, muss die ganze Flasche weg. «Es ist nie zu klären, ob er sich schon durch die Sauce gefressen hat oder nur im oberen Bereich sitzt», sagt Daniela Krehl. «Die Toxine, die die Pilze produzieren, sind sehr hitzebeständig. Da hilft es auch nichts, wenn ich den Ketchup in eine Tomatentunke gebe und mitkoche.»

Ansonsten kann man die Saucen in der Regel nach dem Öffnen mehrere Monate verwenden. Durch viel Zucker, Salz und Säure sind sie recht stabil. Und was ist mit dem Hinweis auf der Flasche, den Inhalt «rasch» zu verzehren? «Dadurch, dass die Hersteller nicht wissen, wie die Saucen behandelt wurden, ob sie in der Sonne standen oder mal abgeschleckt wurden, sichern sie sich auf diese Weise ab», sagt Daniela Krehl.

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Alle Sinne einsetzen: Saucen-Check in 4 Schritten

Um festzustellen, ob eine Grillsauce noch in Ordnung ist, kann man in dieser Reihenfolge prüfen:

  1. Wie sieht sie aus? Ist Schimmel auf der Sauce, wandert die Flasche in den Müll. «Hat sich etwas Flüssigkeit abgesetzt, können sich zwar darin gut Bakterien entwickeln», sagt die Verbraucherschützerin. «Die Flüssigkeit an sich ist aber noch kein eindeutiger Indikator, die Sauce wegzutun.» Dann ist stattdessen der nächste Schritt an der Reihe.
  2. Wie riecht sie? «Sobald die Sauce untypisch riecht, ist es ein Zeichen, dass sie kippt und wegsollte», so Daniela Krehl. «Je nach Sauce kann das ein säuerlicher Geruch sein.»
  3. Wie schmeckt sie? Dafür nur eine kleine Menge mit dem Löffel entnehmen. «Es reicht häufig, mit der Zungenspitze abzuschmecken», sagt die Ernährungsfachfrau. «Wenn es dann etwas bizzelt, hat schon eine Gärung durch Bakterien oder Hefen stattgefunden, und die Sauce muss weg.»
  4. Hat eine bereits geöffnete Grillsauce den Test bestanden, kann man sie noch gut beim Kochen und für die kalte Küche nutzen. «Die Saucen sind häufig Zuckerbomben», warnt allerdings Daniela Krehl. Besser verfeinert man die Gerichte also dosiert als leckere Würze.

Vielseitig in der kalten Küche

Dressing oder Dip

  • Knoblauch- und Cocktailsaucen eignen sich perfekt fürs Dressing über einen frischen Rohkostsalat. «Je nach Geschmack einfach Essig, Öl und etwas Salz dazugeben und gut vermengen», sagt Janina Unger.
  • Cocktailsauce mit Joghurt verrührt ergibt laut Daniela Krehl eine Remoulade für einen Thunfisch- oder Garnelensalat, in den noch Gurke und Apfel geschnitten werden.
  • Für einen aromatischen Dip rät Janina Unger, Kräutersauce zum Beispiel im Verhältnis 1:2 mit Quark oder Joghurt zu verrühren.

Bunt gemixte Bowl

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  • Dafür empfiehlt die Expertin von «Zu gut für die Tonne!» vor allem Erdnuss-, Honig-Senf- oder Knoblauchsoße. Hinzu kommen andere Reste aus dem Kühlschrank: übriggebliebener Reis oder Nudeln, Paprika, Champignons, Salat oder Reste von gegartem Fleisch, das man noch einmal durcherhitzt. «Alles klein schneiden, in die Schüssel geben und die Sauce darüber verteilen – fertig!», sagt Janina Unger.

Aufstrich auf Sandwich, Wrap und Stulle

  • Saucenreste reichern auch Sandwiches an. «Wenn man das Brot statt mit Butter oder Margarine dünn mit einer Grillsauce bestreicht und dann mit Salat, Käse oder Schinken und Tomaten- und Gurkenscheibe belegt, hat man einen leckeren Snack», sagt Janina Unger.
  • Auch selbst gerollte Wraps werden saftiger und aromatischer mit einer gut dosierten Schicht Grillsauce.
  • Für einen schnellen Brotaufstrich schlägt Verbraucherexpertin Krehl vor, eine Dose Hülsenfrüchte zu pürieren, etwa Kichererbsen oder Kidneybohnen. Unter das Mus werden dann ein bis zwei Löffel rote Grillsauce gerührt. Tipp: «Schütten Sie das eiweißreiche Wasser der Hülsenfrüchte nicht gleich weg, sondern rühren Sie am Ende etwas davon unter, falls das Mus zu fest ist.»

Würze für warme Gerichte

Pizza- und Pastasoßen

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  • «Barbecuesauce oder auch Reste von Ketchup lassen sich gut in Pizza- und Pastasoßen verwenden», so Janina Unger. «Dafür einige Löffel in passierte oder gehackte Tomaten einrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.»
  • Chilisaucen können im nächsten Chili con oder sin Carne für Würze sorgen.

Im Ofen gebacken

  • Cocktailsauce lässt sich laut Daniela Krehl gut mit Frischkäse verlängern und ergibt eine Sauce für einen Auflauf mit Hähnchenfleisch und Nudeln oder Kartoffeln, das Ganze im Ofen überbacken.
  • Herzhafte Eintöpfe lassen sich gut mit einem Löffel würziger roter Grillsauce würzen.
  • Tipp für den Herbst: Pinseln Sie frisches Wurzelgemüse wie Möhren, Kartoffeln und Kürbisse vor dem Garen im Ofen mit einer Glasur ein, in die Sie auch etwas Grillsoße geben. Zum Beispiel ein Mix aus je gleichen Mengen Olivenöl, Senf, Honig und Barbecuesauce.
  • Ein Lieblingsrezept von Janina Unger sind überbackene Champignons. «Dafür Champignons würfeln, dünsten und salzen», erklärt Unger. «Danach die Reste der Knoblauchsauce darübergeben, nach Geschmack noch geriebenen Käse und ab damit in den Ofen.» Nach 20 Minuten bei 200 Grad Ober-/Unterhitze kann man es sich schmecken lassen.

Und nicht zuletzt beginnt in der kalten Jahreszeit ja auch wieder eine neue Saison: Dann werden die Raclette- oder Fonduegeräte aus dem Keller geholt. Spätestens hier lassen sich sämtliche Grillsaucenreste gut unterbringen.